In unserer Gesellschaft steigt die Lebenserwartung stetig. Durch Fortschritte in Hygiene, Ernährung und Medizin nimmt der Anteil an chronisch- und schwerkranken Menschen zu. Die Multimorbidität als charakteristisches Phänomen des Alters kommt auch in unserer Institution immer häufiger vor. Die Komplexität der Pflege, Betreuung und Behandlung nimmt weiterhin zu (BAG, 2011, S. 4). Im kantonalen Gesundheitsgesetz (GG; 810.1; §33i) heisst es zudem: „Unheilbar kranke und sterbende Menschen haben Anrecht auf angemessene Behandlung und Betreuung mittels medizinisch, pflegerischer und begleitender Palliativmassnahmen, wenn eine kurative Behandlung als aussichtslos erscheint. Den Angehörigen und den Bezugspersonen wird eine würdevolle Sterbebegleitung und ein würdevolles Abschiednehmen von der verstorbenen Person ermöglicht.“
Es wird angenommen, dass im Kanton Thurgau etwa 3‘300 Menschen leben, die an Alzheimer oder an einer anderen Form von Demenz erkrankt sind. Jährlich erkranken zudem neu 800 Menschen in unserem Kanton (Quelle: Schweizerische Alzheimer Vereinigung, 2014).
Etwa die Hälfte der Demenzbetroffenen lebt in unterschiedlichen Stadien der Demenz in einem Pflegeheim oder einer anderen stationären Einrichtung. Ein Teil dieser Menschen lebt auch in unseren Häusern Alma und Selma. Das Pflege- und Betreuungsangebot der Stiftung Seevida wird ausschliesslich in konventionell-gemischten Wohngruppen angeboten.
Das aktivierungstherapeutische Angebot ist speziell ausgerichtet auf die therapeutische Begleitung sowie die aktivierende Alltagsgestaltung von älteren Menschen. Ziel der Aktivierungstherapie ist die Erfassung sowie die gezielte Förderung und Erhaltung von vorhandenen Ressourcen und Interessen, um die Lebensfreude und Lebensqualität positiv zu beeinflussen. Sie trägt mit dazu bei, das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen unserer Bewohnerinnen und Bewohner zu stärken und damit die Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag zu fördern.
Als therapeutische Mittel werden kognitive, musisch-gesellige, kreative und alltagsbezogene Aktivitäten eingesetzt, die den Ressourcen und Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner bestmöglich angepasst sind. Nach Möglichkeit werden biografische Aspekte einbezogen. Die Unterstützung von sozialen Kontakten sowie die Austauschmöglichkeit in den Aktivierungstherapiesequenzen wirken der Rückzugstendenz und Vereinsamung älterer Menschen entgegen.
Das Angebot umfasst, je nach individuellen Bedürfnissen und Ressourcen der Bewohnerinnen und Bewohner, Einzel- und Gruppentherapien.
Das therapeutische Gedächtnistraining bietet die Möglichkeit, auf spielerische Weise die Gedächtnisleistungen und die Orientierungsfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern.
Kinästhetik: von altgriechisch: kineō - "bewegen, sich bewegen", aisthēsis - "Wahrnehmung, Erfahrung" Die Kinästhetik bedient sich eines Handlungskonzeptes, mit deren Hilfe die Bewegung von pflegebedürftigen Menschen schonend unterstützt wird (z.B. ohne Heben und Tragen).
Kinästhetik wurde von Dr. Lenny Maietta und Dr. Frank Hatch begründet. Der Name ist die deutsche Form des englischen Begriffs "Kinaesthetics", welcher aus der Kombination der Wörter kinetic (den Bewegungssinn betreffend) und aestetic (durch die Sinne wahrgenommen) gebildet wurde. Dr. Lenny Maietta ist klinische Psychologin und hat in ihrer Doktorarbeit den Einfluss der Berührungs- und Bewegungsfähigkeiten der Eltern im Umgang mit ihren Babys untersucht. Dr. Frank Hatch hat „Modern Dance“ studiert und arbeitete als Choreograph an mehreren Universitäten in den USA. Er promovierte in Verhaltenskybernetik (Systemtheorie).
Die Grundlagen der Kinästhetik in der Betreuungs- und Pflegearbeit beruhen darauf, Verhaltens- und Bewegungsmuster zu lernen, welche die Gesundheit unterstützen. Diese Ideen gelten sowohl für die Pflegenden wie auch für den pflegebedürftigen Menschen und pflegende Angehörige, die im Pflegeprozess teilnehmen.
Durch das Angebot für unser Pflegepersonal, diese Grundlagen in der Praxis zu lernen, umzusetzen und anzuwenden, wird die Pflegequalität in unseren Häusern gesteigert. Durch die gezielte Unterstützung und Führung in der praktischen Anwendung, ermöglichen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die eigene Bewegung und den eigenen Körper gezielt im Pflegealltag einzusetzen. Der pflegebedürftige Mensch erlebt sich dadurch in der Pflegebehandlung wirksam und kann den Bewegungsablauf aktiv mitgestalten.
Ausserdem bieten wir den Kinästhetik-Grundkurs innerhalb eines viertägigen Schulungsangebotes an. Nähere Auskünfte auf Anfrage.
Die Aromapflege als anerkannte, komplementäre Pflegemethode ist ein Teil der Pflanzenheilkunde. Sie orientiert sich an den individuellen Pflegeressourcen und Bedürfnissen der jeweiligen Patienten im Sinne des Pflegeauftrages. Die Aromapflege beschäftigt sich mit der Anwendung 100%naturreinen ätherischen Ölen, fetten Pflanzenölen, Hydraten sowie den daraus hergestellten Pflegeprodukten. Die Anwendung und Wirkung ätherischer Öle erfolgt über den Geruchssinn (Duft) und über die intakte Haut (Waschungen, Hautpflege, Wickel und Bäder). Sie dient prophylaktischen und pflegerischen Massnahmen (E. Deutsch, 2013). Die verschiedenen Angebote und Anwendungen der Aromapflege werden als Ergänzung zu den konventionellen Pflegemethoden angeboten. Die Massnahmen richten sich nach den Wünschen und Bedürfnissen der BewohnerInnen und werden ausschliesslich durch geschulte Fachpersonen durchgeführt. Alle Massnahmen sind Teil des Pflegeauftrages und werden nachvollziehbar in der Bewohnerdokumentation dokumentiert.
Es ist uns ein grosses Anliegen, Sie in jeder Pflegesituation mit den optimalen Pflege- und Inkontinenzprodukten zu versorgen. Wir sorgen daher immer für eine grosse Auswahl moderner Pflegeprodukte, die Ihren Ansprüchen und Bedürfnissen gerecht werden sollen. Alle Produkte sind klinisch getestet und entsprechen dem neuesten Stand aus Forschung und Technik.
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